{"id":19761,"date":"2016-06-08T10:00:12","date_gmt":"2016-06-08T10:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/henrykskarzynski.pl\/?p=19761"},"modified":"2019-02-18T14:44:13","modified_gmt":"2019-02-18T14:44:13","slug":"ueber-moderne-medizinische-technologien-und-ihren-einfluss-auf-die-taegliche-klinische-praxis-im-polnischen-gesundheitswesen-debatte-im-senat-der-republik-polen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/henrykskarzynski.pl\/?p=19761&lang=de","title":{"rendered":"\u00dcber moderne medizinische Technologien und ihren Einfluss auf die t\u00e4gliche klinische Praxis im polnischen Gesundheitswesen \u2013 Debatte im Senat der Republik Polen"},"content":{"rendered":"<h3><strong>&#8222;Moderne medizinische Technologien und ihr Einfluss auf die t\u00e4gliche klinische Praxis im polnischen Gesundheitswesen&#8221; bilden das Thema der Konferenz, die am 7. Juni 2016 aus der Initiative des Marschalls des Senats der Republik Polen Stanis\u0142aw Karczewski und Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski, Vorsitzenden des Komitees der Klinischen Wissenschaften der Polnischen Akademie der Wissenschaften, stellevertretenden Vorsitzenden des Hauptrates der Forschungsinstitutes und Leiters des Institutes f\u00fcr Physiologie und Pathologie des Geh\u00f6rs veranstaltet wurde. An der Konferenz nahmen Politiker, herausragende polnische \u00c4rzte und Journalisten teil. Die Debatte wurde von Waldemar Kraska, dem Vorsitzenden des Senatsausschusses f\u00fcr Gesundheit er\u00f6ffnet und von Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski und Red. Mariusz Gujski moderiert. <\/strong><\/h3>\n<blockquote><p><em>&#8211; Das Ziel der Debatte bildet die Pr\u00e4sentation ausgew\u00e4hlter, innovativer Leistungen der polnischen Wissenschaft und Medizin und ihres Einflusses auf die klinische Praxis \u2013 wie der Marschall Stanis\u0142aw Karczewski sagte. \u2013 Durch die Diskussion wollen wir ermitteln, ob und inwieweit es durch die Leistungen von Wissenschaftlern, Teams und spezialisierten Einheiten gelungen ist, das Niveau der medizinischen Leistungen zu beeinflussen. (..) Der Fortschritt in der Medizin ist riesig, auch bei uns. Sie \u2013 der Marschall Stanis\u0142aw Karczewski wandte sich hier an die Konferenzteilnehmer \u2013 geben den Ton im medizinischen und technologischen Wettlauf an. Mit ihm meine ich aber vor allem Patienten, denn die modernsten L\u00f6sungen werden haupts\u00e4chlich f\u00fcr unsere Patienten entwickelt \u2013 f\u00fcgte der Marschall Karczewski hinzu.<\/em><\/p>\n<p><em>&#8211; Ich danke allen, die die Einladung angenommen haben und ihre Erfahrungen mit uns austauschen wollen \u2013 sagte Prof. Skar\u017cy\u0144ski bei der Begr\u00fc\u00dfung der versammelten Vortragenden, Medienvertreter und G\u00e4ste. \u2013 Die Form der Treffen ist nicht neu, denn das Komitee der Klinischen Wissenschaften der Polnischen Akademie der Wissenschaften veranstaltete bereits \u00e4hnliche Debatten unter Beteiligung von Medien. Es ist eine ausgezeichnete Art und Weise f\u00fcr die F\u00f6rderung der Leistungen der polnischen Wissenschaft in der Gesellschaft \u2013 f\u00fcgte Prof. Skar\u017cy\u0144ski hinzu. Auf der Konferenz hielt er den Vortrag &#8222;Behandlung des Partiellen H\u00f6rverlustes \u2013 die polnische Schule in der internationalen Wissenschaft&#8221;, der an das 25. Jubil\u00e4um des Programms der Behandlung des H\u00f6rverlustes in Polen und das 20. Jubil\u00e4um der Entstehung des Institutes f\u00fcr Physiologie und Pathologie des Geh\u00f6rs ankn\u00fcpfte. Anschlie\u00dfend stellen wir eine breite Zusammenfassung des Vortrags dar.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/whc.ifps.org.pl\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/senat2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-17247\" src=\"http:\/\/whc.ifps.org.pl\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/senat2.png\" alt=\"senat2\" width=\"670\" height=\"373\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Behandlung der angeborenen oder erworbenen Geh\u00f6rlosigkeit mit einem Cochlea-Implantat bildet die einzige Chance der Patienten auf die R\u00fcckkehr in die Welt der T\u00f6ne in jedem Alter. Innerhalb von \u00fcber 40 Jahren wurden ca. 200.000 Personen weltweit mit dieser Methode behandelt. Die Anwendung der Cochlea-Implantate bei der Behandlung des klassischen partiellen H\u00f6rverlustes findet seit knapp 15 Jahren statt. Die Behandlungsmethode wurde in dieser Bedeutung 2002 von Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski zum ersten Mal in der Weltmedizin initiiert. Diesem Durchbruch gingen Arbeiten voraus, die ab 1997 im Institut f\u00fcr Physiologie und Pathologie des Geh\u00f6rs [<em>poln. Abk. <\/em>IFPS] durchgef\u00fchrt wurden. Sie waren mit der Erhaltung der geringsten nat\u00fcrlichen H\u00f6rreste verbunden, die durch das &#8222;neue Geh\u00f6r&#8221; aus dem implantierten Cochlea-Implantat erg\u00e4nzt werden k\u00f6nnen. Die Erarbeitung eines solchen Therapiekonzeptes und einer solchen chirurgischen Methode bildete eine riesige Herausforderung f\u00fcr Ohrchirurgen und andere Fach\u00e4rzte, klinische Ingenieure und Rehabilitationsexperten. Die Erhaltung von H\u00f6rresten \u00fcberhaupt, und seit 2002 die Erhaltung eines guten Geh\u00f6rs im Niederfrequenzbereich lie\u00df die Patienten die Sprache vor der Implantation in 5 bis 16 Proz. verstehen. Die Erg\u00e4nzung des nat\u00fcrlichen Geh\u00f6rs durch elektrische Stimulation l\u00e4sst sie die Sprache v\u00f6llig verstehen und frei mit der Umgebung kommunizieren. Dieser bahnbrechende Ansatz in der Wissenschaft und Medizin bedeutet, dass eine elektrische Stimulation im Bereich des teilweise intakten Innenohrs m\u00f6glich ist, was mit der B\u00e9k\u00e9sy-Theorie der Wanderwelle nicht v\u00f6llig \u00fcbereinstimmt, f\u00fcr die der Autor 1961 den Nobelpreis erhalten hat.<\/p>\n<p>Im Institut f\u00fcr Physiologie und Pathologie des Geh\u00f6rs werden t\u00e4glich seit 13 Jahren die weltweit meisten geh\u00f6rverbessernden Operationen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Voraussetzungen f\u00fcr eine Schule sind heute in der modernen Wissenschaft allgemein bekannt. Es muss eine leitende Person bzw. eine Gruppe leitender Personen, die ein dokumentiertes reichhaltiges wissenschaftliches und klinisches Werk vorweisen muss bzw. m\u00fcssen, und ein hochspezialisiertes Mitarbeiterteam vorhanden sein. Es ist auch empfehlenswert, dass auch eine m\u00f6glichst zahlreiche Gruppe internationaler Experten und Partner da ist, die f\u00fchrende wissenschaftliche Zentren aus der ganzen Welt vertreten. Das Ergebnis der Arbeit der leitenden Personen, Mitarbeiter und Partner soll eine bedeutende, m\u00f6glichst hohe Anzahl von Originalarbeiten und Vortr\u00e4gen auf den wichtigsten kontinentalen wie internationalen wissenschaftlichen Kongressen in dem jeweiligen Bereich der Wissenschaft und Medizin sein. Eine relevante Leistung, die die Ergebnisse und die Bedeutung einer &#8222;Schule&#8221; untermauern, macht das m\u00f6glichst gro\u00dfe klinische Material mit mehrj\u00e4hrigen Beobachtungen aus. Einen wichtigen Indikator, der das Vorhandensein und die Bedeutung der Leistungen der Schule nachweist, bilden auch Anerkennungsbeweise, Auszeichnungen, Namenszitate und Gutachten in dem jeweiligen Bereich der Wissenschaft. Die Behandlung des partiellen H\u00f6rverlustes als polnische Schule in der internationalen Wissenschaft erf\u00fcllt alle oben genannten Kriterien.<\/p>\n<p>Das 1997 von Skar\u017cy\u0144ski initiierte Programm der Verbindung des auf dem akustischen Wege erzielten Geh\u00f6rs mit dem auf dem elektrischen Weg erzielten Geh\u00f6r nach der Implantation des Implantates versammelte eine Gruppe von \u00fcber 50 Spezialisten im Institut f\u00fcr Physiologie und Pathologie des Geh\u00f6rs: Fach\u00e4rzte, klinische Ingenieure, Psychologen, P\u00e4dagogen, Logop\u00e4den und Techniker. Sie leisteten einen wissenschaftlichen, klinischen, didaktischen und organisatorischen Beitrag zum Werk der &#8222;Schule&#8221;. Die leitenden Pers\u00f6nlichkeiten aus dem IFPS sind Autoren von einigen hundert Publikationen und Vortr\u00e4gen, in denen 52 Wissenschaftler aus 34 L\u00e4ndern Mitarbeiter, Partner und Koautoren sind. In den Jahren 2000 \u2013 2016 pr\u00e4sentierte das Team des IFPS (selbst oder zusammen mit seinen ausl\u00e4ndischen Partnern) 2135 Vortr\u00e4ge nur auf kontinentalen Kongressen im Bereich der HNO-Heilkunde, Audiologie und verwandten Disziplinen. Die gleiche Gruppe ver\u00f6ffentlichte 1564 Publikationen \u00fcber alle Aspekte der Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation des partiellen H\u00f6rverlustes. Weitere Abhandlungen, Analysen, mehrj\u00e4hrige Beobachtungen betreffen die weltweit gr\u00f6\u00dfte Gruppe von 3176 Patienten mit dem partiellen H\u00f6rverlust.<\/p>\n<p>In Bezug auf die &#8222;polnische Schule&#8221; muss auf einige bahnbrechende Leistungen und Daten aufmerksam gemacht werden. 2000 stellten Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski und Dr. habil. Ing. Artur Lorens die ersten Meldungen \u00fcber die Bedeutung der erhaltenen nicht funktionellen H\u00f6rreste auf europ\u00e4ischen Kongressen in Antwerpen und Berlin dar. Die Erhaltung der geringen H\u00f6rreste nach der Implantation bedeutet eine wichtige Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Prozess der Geh\u00f6r- und Sprachrehabilitation und Erhaltung der Struktur des Innenohres im unver\u00e4nderten Zustand, was die eventuellen neuen Behandlungsmethoden in der Zukunft anwenden l\u00e4sst. Zugleich l\u00e4sst die Anwendung des Cochlea-Implantates in dieser Phase der Behandlung des partiellen H\u00f6rverlustes das Geh\u00f6r und die Sprache entwickeln und eine oder sogar mehrere Sprachen beherrschen. Ein weiterer Meilenstein im Bereich der Behandlung des klassischen partiellen H\u00f6rverlustes war die weltweit erste Implantation bei einem Erwachsenen, die im Jahre 2002 von Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski durchgef\u00fchrt wurde. Vor diesem bahnbrechenden Eingriff konnte die Patientin nur im Niederfrequenzbereich bis 500 Hz h\u00f6ren. F\u00fcr die sonstigen T\u00f6ne blieb ihr Ohr vollst\u00e4ndig taub. Die Erhaltung des Geh\u00f6rs im Niederfrequenzbereich und Erg\u00e4nzung dessen durch die elektrische Stimulation in sonstigen Bereichen begann eine dynamische Entwicklung dieser Richtung in der Forschung und klinischen Praxis. Nach 2\u00a0Jahren Beobachtung erwachsener Patienten, die im Institut operiert wurden, f\u00fchrte Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski die weltweit erste Operation der Implantation bei einem Kind mit partiellem H\u00f6rverlust durch. 2009 hielt er den weltweit ersten Vortrag \u00fcber die Behandlung dieser St\u00f6rung und 2010 wurde eine Publikation ver\u00f6ffentlicht, die das Konzept von Skar\u017cy\u0144ski in Bezug auf die Behandlung verschiedener Gruppen von Patienten mit partiellem H\u00f6rverlust pr\u00e4sentierte. Das hing mit der Ber\u00fccksichtigung drei folgender Kriterien zusammen:<\/p>\n<p>a\/ Anwendung der chirurgischen Methode der \u201e6 Schritte nach Skar\u017cy\u0144ski\u201d,<\/p>\n<p>b\/ Wahl und Umsetzung des Zugangs zum Innenohr durch das Schneckenfenster als des physiologischsten Weges,<\/p>\n<p>c\/ Anwendung verschiedener flexibler Elektroden, darunter der Cochlear SRA Elektrode, die von Skar\u017cy\u0144ski entwickelt wurde [12].<\/p>\n<p>Die weitere Entwicklung des Programms der Behandlung des partiellen H\u00f6rverlustes erfolgte im IFPS. Prof. Skar\u017cy\u0144ski und sein Team verbreiteten zugleich die Methode auf der Welt, indem sie ihre Grunds\u00e4tze auf den wichtigsten internationalen und kontinentalen wissenschaftlichen Kongressen pr\u00e4sentierten. Die Vortr\u00e4ge wurden um Live-Schauoperationen erg\u00e4nzt, die Skar\u017cy\u0144ski in Asien, Europa und Amerika durchf\u00fchrte. Zugleich wurde eine Reihe internationaler Forschungs- und Schulungsworkshops 2007 unter dem Namen Window Approach Workshop gestartet (bis 2016 gab es 24 Ausgaben), die der Verbreitung des klinischen Wissens und Gew\u00e4hrleistung eines optimalen Trainings dienen sollten. Bis 2016 nahmen \u00fcber 3.500 Ohrchirurgen aus der ganzen Welt an einem solchen praktischen Training teil, das Untersuchung von Patienten und Beobachtung von Schauoperationen einbezog. Seit 2010 finden Pr\u00e4sentationen von Operationen des partiellen H\u00f6rverlustes unter Anwendung verschiedener Elektroden und Implantatsysteme w\u00e4hrend der j\u00e4hrlichen Internationalen Tage der Teleohrchirurgie im Rahmen des Live International Otolaryngology Network statt, die von Skar\u017cy\u0144ski f\u00fcr Beobachter aus der ganzen Welt durchgef\u00fchrt werden. Gleichzeitig werden die Schauoperationen aus einigen Zentren in Australien, Asien, Europa und S\u00fcd- bzw. Nordamerika live \u00fcbertragen. Sie versammeln von einigen tausend bis \u00fcber zehntausend Teilnehmer.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sentation der polnischen Schule der Behandlung des partiellen H\u00f6rverlustes ging ein riesiger Vortrag einer internationalen Gruppe von leitenden Personen voraus, die sich mit der Umsetzung des Programms des partiellen H\u00f6rverlustes befassten. Zur engen Weltspitze geh\u00f6rten in diesem Bereich: W. House und T. Balkany aus den USA, Ch. Choaurd aus Frankreich, K. Burian aus \u00d6sterreich, E. Lehnhardt aus Deutschland, G. Clark und W. Gibson aus Australien. Die Mehrheit der internationalen Gruppe der leitenden Pers\u00f6nlichkeiten nahm an Konferenzen teil, die durch das Team des IFPS in Polen veranstaltet wurden.<\/p>\n<p>Praktische Vorbereitungen auf den Start des Programms der Behandlung der Geh\u00f6rlosigkeit in unserem Land wurden 1991 von Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski mit der Unterst\u00fctzung der Stiftung f\u00fcr die Entwicklung der Medizin &#8222;Der-Mensch-dem-Menschen&#8221; aufgenommen. Am 16. und 17. Juli 1992 f\u00fchrte er die landesweit erste Operation zur Behandlung des vollst\u00e4ndigen H\u00f6rverlustes durch. Die weitere Entwicklung des Programms f\u00fchrte zu einer allm\u00e4hlichen Erweiterung der Indikationen f\u00fcr die Anwendung der Cochlea-Implantate. Das lie\u00df den Grundstein zur Einleitung des Programms der Behandlung des partiellen H\u00f6rverlustes legen. In der ersten Zeit seiner Umsetzung in den Jahren 2002-2008 betraf das Programm die Verbindung des elektrischen Geh\u00f6rs mit dem erhaltenen nat\u00fcrlichen Geh\u00f6r bis 500 Hz. In den n\u00e4chsten Jahren wurde die elektrische Erg\u00e4nzung f\u00fcr die Frequenzen 750 Hz und 1000 Hz angepasst. Eine Spitzenleistung waren die weltweit ersten Publikationen aus den Jahren 2014 und 2015, in denen Skar\u017cy\u0144ski und seine Mitarbeiter die M\u00f6glichkeit der Behandlung des partiellen H\u00f6rverlustes bei erhaltenem nat\u00fcrlichen Geh\u00f6r bis 1500 Hz pr\u00e4sentierten. F\u00fcr die klinische Praxis bedeutet das die M\u00f6glichkeit der Behandlung von Personen mit einer solchen Schwerh\u00f6rigkeit im beliebigen Alter. Das er\u00f6ffnet auch neue Perspektiven der H\u00f6rtherapie f\u00fcr Senioren. Sogar \u00be von Personen mit mehr als 70 Jahren haben verschiedene H\u00f6rst\u00f6rungen, die ihnen die t\u00e4gliche Kommunikation erschweren. Weltweit haben einige zehn Millionen Menschen den klassischen partiellen H\u00f6rverlust \u00fcber 1500 Hz. Sie sind nicht geh\u00f6rlos. In der Diagnostik bei Stille kann ihr Sprachverstehen bei 40-60 Proz. liegen. Unter standarisierten Untersuchungsbedingungen bei L\u00e4rm, d.i. unter ann\u00e4hernd nat\u00fcrlichen Bedingungen f\u00e4llt ihr Sprachverstehen jedoch auf 11-22 Proz. Das zieht eine allm\u00e4hliche Isolierung und Zur\u00fcckgezogenheit und bei immer mehr Patienten tiefe Depression nach sich. In den modernen Gesellschaften wird die Gruppe immer zahlreicher, was bedeutet, dass der partielle H\u00f6rverlust bereits heute f\u00fcr ein gesellschaftliches Problem erachtet werden kann.<\/p>\n<p>Um die Wende zum 21. Jahrhundert machten einige Forscherteams auf der ganzen Welt auf das Problem der Erhaltung der nicht funktionellen H\u00f6rreste und somit der unver\u00e4nderten Struktur des Innenohrs aufmerksam. Der durch das IFPS Team initiierte Trend und insbesondere die ersten Ergebnisse bei Kindern und Erwachsenen im Jahre 2000 zeigten, dass ein nicht gesch\u00e4digtes Innenohr k\u00fcnftig die Anwendung neuer Technologien der Geh\u00f6rwiederherstellung und\/oder Erhaltung des guten Geh\u00f6rs in jedem Alter erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Aktuell wurden dort Programme der Behandlung des partiellen H\u00f6rverlustes bei H\u00f6rresten bis 250 und 500 Hz bei Erwachsenen im verschiedenen Umfang entwickelt. Es werden Versuche der Durchf\u00fchrung \u00e4hnlicher Operationen bei Kindern vorgenommen. Die neusten Indikationen f\u00fcr die akustische und elektrische Stimulation des gesch\u00e4digten Innenohrs wurden im neuesten Konzept von Skar\u017cy\u0144ski et al. im Jahr 2014 erfasst. Ihre Grundlagen stellt die anschlie\u00dfende Abbildung dar.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-16067\" src=\"https:\/\/henrykskarzynski.pl\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/pdt.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"316\" srcset=\"https:\/\/henrykskarzynski.pl\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/pdt.jpg 768w, https:\/\/henrykskarzynski.pl\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/pdt-300x123.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/p>\n<p>Abb. 1. Das neueste Konzept der Unterst\u00fctzung des gesch\u00e4digten Geh\u00f6rs in den genannten Bereichen:<\/p>\n<p>a\/ akustische Unterst\u00fctzung mit H\u00f6rger\u00e4ten und Mittelohrimplantaten (Acoustic stimulation \u2013 AS),<\/p>\n<p>b\/ elektrische Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Erzielung eines effektiven nat\u00fcrlichen und elektrischen Geh\u00f6rs (partial deafness treatment \u2013 electro-natural stimulation PDT-ENS),<\/p>\n<p>c\/ elektrische Erg\u00e4nzung der erhaltenen H\u00f6rreste nur bei Niederfrequenzen bis 500 Hz (partial deafness treatment \u2013 electric complement PDT-EC),<\/p>\n<p>d\/ kombinierte elektrische und akustische Stimulation mit einem H\u00f6rger\u00e4t und Cochlea-Implantat (partial deafness treatment \u2013 elektro-acoustic stimulation PDT-EAS),<\/p>\n<p>e\/ ausschlie\u00dflich elektrische Stimulation mit Erhaltung der Struktur des Innenohrs und der nicht funktionellen H\u00f6rreste (partial deafness treatment \u2013 electric stimulation PDT-ES).<\/p>\n<p>Eine \u00e4u\u00dferst relevante Aufgabe f\u00fcr die &#8222;polnische Schule&#8221; stellte die Suche nach standarisierten Methoden der quantitativen und qualitativen Bewertung von Therapieergebnissen in verschiedenen Patientengruppen dar. Aus der Initiative von Skar\u017cy\u0144ski und seinem Team aus dem IFPS wurden Arbeiten im Rahmen der internationalen Gruppe HeaRring initiiert, dank denen die weltweit erste Skala f\u00fcr die Bewertung der Ergebnisse erarbeitet werden konnte. Auf dieser Grundlage wurde die Skala nach Skar\u017cy\u0144ski et al. 2012 erarbeitet und ver\u00f6ffentlicht, die nun die Ergebnisse der operativen Behandlung bei immer breiteren Patientengruppen archivieren und vergleichen l\u00e4sst. Die Arbeit in einer Gruppe von einigen zehn herausragenden Wissenschaftlern aus der ganzen Welt trug zur St\u00e4rkung der Position der &#8222;polnischen Schule&#8221; in der modernen Wissenschaft und Medizin bei.<\/p>\n<p>Das finale Argument, das von einer hohen Stellung der &#8222;polnischen Schule&#8221; in den internationalen wissenschaftlichen Kreisen zeugt, machen Namenszitate sowie Preise und Auszeichnungen aus, die durch Wissenschaftler- und Expertengremien verliehen werden. Erixon et al. gab 2015 in einer am h\u00f6chsten rangierten wissenschaftlichen Zeitschrift <em>Ear &amp; Hearing<\/em> an: \u201eSkar\u017cy\u0144ski schlug die erste Patientengruppe mit PDT-EC im Unterschied zu PDT-EAS vor\u201d [26]. 2011 schrieben Von Ilberg und ein zahlreiches internationales Team von Mitautoren in der an der zweiten Stelle rangierten Zeitschrift <em>Audiology &amp; Neurotology<\/em>: \u201eDas Team aus Warschau erweiterte Kriterien der Indikationsstellung durch die Implantation bei Patienten mit einem steil abfallenden Audiogramm (PDT-EC)\u201d. In demselben Artikel lesen wir weiter: &#8222;Bisher berichtete nur Skar\u017cy\u0144ski \u00fcber die Anwendung der elektrisch-akustischen Stimulation bei Kindern&#8221;. In der Zusammenfassung wurde vermerkt: \u201eSkar\u017cy\u0144ski pr\u00e4sentierte zusammen mit seinem Team Ergebnisse der Anwendung der Methode der Behandlung des partiellen H\u00f6rverlustes (PDT) bei Kindern&#8221;. Weiter lesen wir: &#8222;Skar\u017cy\u0144ski gab an, dass die Implantation bei Kindern mit PDT die Erfahrung mit der Implantation bei Erwachsenen mit PDT voraussetzt&#8221;. Zus\u00e4tzlich wurde hinzugef\u00fcgt: \u201eDie von Skar\u017cy\u0144ski entwickelte chirurgische Technik l\u00e4sst das Geh\u00f6r in 95-100% erhalten\u201d. 2015 schrieb Guimares et al. in <em>B.J. Otorhinolaryngology:<\/em> \u201eDie heute am h\u00e4ufigsten verwendete Klassifikation der Geh\u00f6rerhaltung ist die Klassifikation von Skar\u017cy\u0144ski\u201d.<\/p>\n<p>Es muss darauf hingewiesen werden, dass die &#8222;polnische Schule&#8221; die steigenden M\u00f6glichkeiten der polnischen Patienten im Bereich der Geh\u00f6r- und Sprachentwicklung, der Fremdsprachenkenntnisse und der Entfaltung der k\u00fcnstlerischen (vokalen wie musikalischen) F\u00e4higkeiten nach sich zieht. Das beste Beispiel waren die musikalischen F\u00e4higkeiten, die auf dem 1. Internationalen Musikfestival Schneckenrhythmen &#8222;Beats of Cochlea&#8221; pr\u00e4sentiert wurden.<\/p>\n<p>Unter den einigen zehn verschiedenen Auszeichnungen und Preisen, die an Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski und seinem Team auf der landes- und weltweiten Ebene im Zusammenhang mit der Umsetzung und Verbreitung der &#8222;polnischen Schule&#8221; verliehen wurden, sind drei besonders betonenswert. Der erste Preis ist der &#8222;Preis des 21. Jahrhunderts&#8221;, der die Hauptauszeichnung im internationalen Wettbewerb &#8222;21st Century Achievement Award Winners\u201d in der Kategorie des Gesundheitswesens darstellt und 2010 f\u00fcr das System der Fernanpassung und Telerehabilitation im Zusammenhang mit der Entwicklung und Umsetzung der telemedizinischen Betreuung f\u00fcr Patienten mit partiellem H\u00f6rverlust in Washington zuerkannt wurde. Den zweiten Preis macht die Goldmedaille im Wettbewerb Prix Galien f\u00fcr das weltweit erste Teleaudiologische Landesnetz f\u00fcr Patienten nach Implantation aus, die 2014 in Monte Carlo verliehen wurde und als Oskar oder Nobel auf diesem Gebiet gilt. Der dritte Preis ist die h\u00f6chste Auszeichnung der internationalen Kreise f\u00fcr Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski als einen von vier Wissenschaftlern weltweit f\u00fcr seinen herausragenden Beitrag zur Entwicklung der Wissenschaft und Medizin und die Sicherstellung der optimalen M\u00f6glichkeiten der interpersonalen Kommunikation in der modernen Gesellschaft. Der Preis wurde Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski u.a. f\u00fcr die Leitung und Anregung der internationalen Kreise durch Gr\u00fcndung eines renommierten medizinischen Zentrums f\u00fcr die chirurgische Behandlung der H\u00f6rst\u00f6rungen sowie f\u00fcr die rastlose F\u00fcrsprache f\u00fcr Personen mit H\u00f6rst\u00f6rungen auf der ganzen Welt verliehen.<\/p>\n<p>In ihrem Kommentar zum Vortrag von Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski wies die Redakteurin Jadwiga Kami\u0144ska auf folgendes hin: Die 2002 durchgef\u00fchrte weltweit erste Implantation bei einem Patienten mit partiellem H\u00f6rverlust war ein sehr mutiger Schritt. Prof. Skar\u017cy\u0144ski war sich dessen bewusst, dass die Einf\u00fchrung einer Elektrode in die Cochlea die in der Fachliteratur beschriebene Ordnung im Ohr zerst\u00f6rt. Er ging noch ein weiteres Risiko ein und veranstaltete eine Live-\u00dcbertragung des Eingriffs im Internet, wor\u00fcber er die medizinischen Kreise und Journalisten vorher informierte. Den Verlauf der Operation beobachteten Tausende von Spezialisten aus der ganzen Welt. Der Eingriff wurde zu einem Meilenstein in der Ohrchirurgie und Prof. Skar\u017cy\u0144ski, der Pionier der internationalen Ohrchirurgie wurde, gab Patienten mit partiellem H\u00f6rverlust Hoffnung auf die R\u00fcckkehr in die Welt der T\u00f6ne und neue Perspektiven im Leben.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Debatte konnten die eingeladenen G\u00e4ste 10 Vortr\u00e4gen und Kommentaren der Medienvertreter beiwohnen: Die Referate wurde gehalten von:<\/p>\n<p><strong>Prof.<\/strong><strong> Dr. habil. med. Ryszard Piotrowicz: <em>21. Jahrhundert: Zeitalter der Telemedizin am Beispiel moderner Umsetzungen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In der Meinung von Prof. Piotrowicz bildet die Telemedizin kein Gadget mehr, sondern sie ist eine Bedingung, die erf\u00fcllt werden muss, damit das System des Gesundheitswesens an die heutige gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Wirklichkeit angepasst werden kann. Der Schl\u00fcssel zum Erfolg macht die Einf\u00fchrung telemedizinischer L\u00f6sungen in die t\u00e4gliche therapeutische Praxis aus. In Polen f\u00fchren viele Zentren telemedizinische Prozeduren durch, aber nur im Rahmen von Forschungsprojekten. Ein Beispiel daf\u00fcr sind u.a. das weltweit erste Teleaudiologische Landesnetz, h\u00e4usliche Fern\u00fcberwachung bei Herzinsuffizienz, die TMC Cardio Plattform, EKG-Fern\u00fcbertragung aus Rettungswagen in das H\u00e4modynamische Labor oder aber hybride kardiologische Telerehabilitation. In der Meinung von Prof. Ryszard Piotrowicz kann die kardiologische Telerehabilitation zum polnischen Beitrag zu europ\u00e4ischen Standards des Vorgehens mit Patienten mit Herzinsuffizienz werden.<\/p>\n<p><strong>Kommentar zum Vortrag Red. Henryk Szrubarz<\/strong>: Die Anzahl \u00e4lterer, weniger leistungsf\u00e4higer Personen nimmt zu und die der \u00c4rzte und des Pflegepersonals nicht. Die medizinischen Kosten werden nicht niedriger. Zum Gl\u00fcck entwickelt sich der telemedizinische Markt weltweit lawinenartig \u2013 um 12-13 Proz. j\u00e4hrlich. In Polen befinden wir uns am Anfang des Weges; der Marktanteil der telemedizinischen Leistungen bel\u00e4uft sich auf ca. 1 Proz. Wir m\u00fcssen somit viel nachholen, aber wir beginnen bereits damit. Die Weltprognosen sehen eine 30-prozentige Reduzierung der Ausgaben f\u00fcr Krankenhausger\u00e4te zugunsten der h\u00e4uslichen telemedizinischen L\u00f6sungen vor. Das ist die wahre Revolution in der Medizin!<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. habil. med. Miros\u0142aw Z\u0105bek: <em>Anwendung der Gammastrahlung als Quelle therapeutischer Energie <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Konzept der Behandlung mit dem Gamma-Knife besteht in der Verwendung der Gammastrahlung als Quelle der therapeutischen Energie, die auf die krankhaft ver\u00e4nderte Gehirnregion fokussiert wird. Die einzelnen Gammastrahlenb\u00fcndel, die eine kleine Energiemenge transportieren, besch\u00e4digen nicht das Gewebe, durch die sie hindurchdringen. Nach der Fokussierung an einer zentralen Stelle kommt es zur Zerst\u00f6rung atypischer Krebszellen. Professor Z\u0105bek pr\u00e4sentierte den Versammelten die neuesten Ergebnisse der Studien mit Eingriffen mit Gamma-Knife, das Tumoren und andere L\u00e4sionen im Gehirn wie Neurome des N. vestibulocochlearis, Neuralgien des N. trigeminus, H\u00e4mangiome oder Zittern bei Morbus Parkinson mit Strahlen entfernen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Kommentar zum Vortrag Red. Pawe\u0142 Kru\u015b<\/strong>: Ich schlie\u00dfe mich der Meinung von Prof. Z\u0105bek an, dass es notwendig ist, die moderne Strahlenchirurgie in Polen zu entwickeln. Vor allem aus dem Grund, dass die herk\u00f6mmlichen strahlentherapeutischen Methoden ca. 30 therapeutische Sitzungen voraussetzen, und die moderne Strahlenchirurgie und -therapie reduziert die Anzahl auf 1 bis 2. Dieses Feld entwickelt sich leider nicht kontinuierlich, denn es fehlt an einer stabilen Strategie im Gesundheitsministerium. Die geltenden Rechtsvorschriften bed\u00fcrfen auch einer \u00c4nderung.<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. habil. med. Jan Walewski: <em>Pr\u00e4zisionsimmunologie: Erfolge und Chancen in der Onkologie <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Prof. Walewski pr\u00e4sentierte einen kurzen \u00dcberblick \u00fcber die Errungenschaften der modernen Immuntherapie, dem zu entnehmen ist, dass sich die Krebsimmuntherapie durch einen riesigen Fortschritt in der Wissenschaft, insbesondere in der Genetik und Immunologie sowie durch technologische Entwicklungen dem Ideal einer pr\u00e4zisen Medizin n\u00e4hert, die in der Anwendung therapeutischer Faktoren besteht, welche gezielt auf Mechanismen der Erhaltung pathologischer Zellen und nicht auf alle kranken wie gesunden Zellen des K\u00f6rpers wirken, wie es bei der herk\u00f6mmlichen Chemotherapie der Fall ist. Die Immuntherapie gibt heute Personen, die an Tumoren litten, die bisher auf keinerlei pharmakologische Therapie antworteten, eine neue Chance; sie trug auch zur deutlichen Steigerung der Therapiewirksamkeit bei vielen anderen Tumorerkrankungen.<\/p>\n<p><strong>Kommentar zum Vortrag Red. Artur Wolski<\/strong>: Der Bereich der Medizin er\u00f6ffnet neue R\u00e4ume und Gebiet vor uns, von denen wir bisher nur tr\u00e4umen konnten. Bei Krankheiten, bei denen sowohl Patienten als auch Spezialisten den Kampf ums Leben verloren, bekommen wir nun dank der Pr\u00e4zisionsimmunologie eine Chance.<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. habil. med. Wojciech Wojakowski: <em>Transkutaner Verschluss paravalvul\u00e4rer Leckagen: Chance auf Vermeidung weiterer Herzoperationen<\/em> <\/strong><\/p>\n<p>Die paravalvul\u00e4ren Leckagen bilden eine der Komplikationen bei Kranken nach Implantation einer Herzklappenprothese. Zu den Ursachen der Leckage k\u00f6nnen paravalvul\u00e4re Infektionen, Abbruch der Kontinuit\u00e4t einer der N\u00e4hte, Gewebeschaden um den Ring oder Einschr\u00e4nkung der Beweglichkeit des Klappendiskus durch einen Thrombus geh\u00f6ren. Die Erkrankung wird kardiochirurgisch behandelt. Als Alternative f\u00fcr die chirurgische Methode steht der transkutane Verschluss der Leckage seit \u00fcber zehn Jahren zur Verf\u00fcgung. Die Methode steigert deutlich die Sicherheit und den Therapieerfolg und verbessert somit die Prognose f\u00fcr den Patienten. Die Prozedur des Verschlusses der Leckagen ist mit einem hohen Kostenaufwand verbunden, der jedoch sowieso niedriger ist als beim chirurgischen Vorgehen. Dank Mitteln aus dem STRATEGMED Programm entsteht ein neues, innovatives Ger\u00e4t zum Verschluss der paravalvul\u00e4ren Leckagen.<\/p>\n<p><strong>Kommentar zum Vortrag Red. Ryszard Gola\u0144ski<\/strong>: Prof. Wojakowski ist Vertreter der invasiven Kardiologie, die eins der sich am dynamischsten entwickelnden Gebiete der Medizin ist. Invasive Kardiologen haben immer mehr Patienten, sowohl Kinder als auch Erwachsene, was mit der Reduzierung von chirurgischen Patienten einhergeht. Ein Beispiel f\u00fcr eine Prozedur, die heutzutage ein Standard in Laboren, Hybrids\u00e4len und OP-Trakten ist, stellt die transvaskul\u00e4re Aortenklappen-Implantation dar. Die Methode des transkutanen Verschlusses der Leckagen bildet eine Innovation in der polnischen Kardiologie.<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. habil. med. Marek Krawczyk: <em>Hoffnungen und Risiken der Organtransplantationen von lebenden Spendern<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Prof. Krawczyk pr\u00e4sentierte kurz die Geschichte der Organtransplantationen von lebenden Spendern, erz\u00e4hlte \u00fcber Vorteile einer solchen Transplantation und wies darauf hin, dass das eine zus\u00e4tzliche Quelle von Organen ist, die Operation geplant erfolgen kann und der Patient bessere Langzeitergebnisse hat. Prof. Krawczyk befasste sich in seinem Referat detaillierter mit den Leberteiltransplantationen von lebenden Spendern und bot konkrete Beispiele von Patienten und ihren Familien dar. Er ermunterte zu solchen Familientransplantationen und wies darauf hin, dass die Spender deutlich l\u00e4nger als der Durchschnitt leben.<\/p>\n<p><strong>Kommentar zum Vortrag Red. Zbigniew Wojtasi\u0144ski:<\/strong> Wenn man nur die Angaben von Poltransplant f\u00fcr das Vorjahr unter die Lupe nimmt, kann man feststellen, dass in Polen nur wenige Organtransplantationen von lebenden Spendern durchgef\u00fchrt werden: Weltweit machen Lebendspenden (hiermit meine ich Nieren) \u00fcber die H\u00e4lfte aller Transplantationen aus und in Polen sind es nur 5 Proz. Die Transplantationen von lebenden Spendern stellen hierzulande die sprichw\u00f6rtliche Achillesferse der polnischen Transplantologie dar. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass viele Transplantationsmediziner und Chirurgen der Auffassung sind, dass die Organe von lebenden Spendern nicht entnommen werden sollten, weil die Operation selbst mit einem hohen Risiko einhergeht und der Spender eine Art Verletzung erleidet. Bei einer solchen Annahme m\u00fcssten wir auf viele andere Operationen verzichten. Dar\u00fcber hinaus bleibt die Situation von nicht verwandten altruistischen Spendern in Polen weiterhin nicht entsprechend gel\u00f6st.<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. habil. med. Piotr Radziszewski: <em>Zur Rolle der Biomarker in der personalisierten Therapie am Beispiel der Urologie <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Biomarker sind Tests, die die jeweilige Krankheit bei der jeweiligen Person charakterisieren lassen. Es kann sich hier um Bildgebung, Funktions- oder aber molekulare Diagnostik handeln. Die Biomarker k\u00f6nnen auch in diagnostische, prognostische und solche unterteilt werden, die f\u00fcr die Wahl der Behandlungsmethode entscheidend sind. Die meisten Hoffnungen und Emotionen wecken nat\u00fcrlich die Biomarker, die f\u00fcr die Therapieentscheidungen ausschlaggebend sind, weil sie zeigen, welches konkrete Arzneimittel bei dem jeweiligen Patienten anzuwenden ist. Durch die Verwendung der diagnostischen Biomarker, die sich durch eine hohe Empfindlichkeit und Spezifit\u00e4t kennzeichnen, k\u00f6nnen wir vielen Patienten sehr invasive Therapien ersparen. Die prognostischen Biomarker lassen dagegen voraussehen, was mit dem Patienten innerhalb von einigen n\u00e4chsten Jahren passiert, und die Therapie entsprechend planen.<\/p>\n<p><strong>Kommentar zum Vortrag Red. Ma\u0142gorzata Wi\u015bniewska<\/strong>: Unseren Zuschauern erz\u00e4hlen wir \u00fcber Krebserkrankungen am Beispiel konkreter Patienten. Viele von ihnen h\u00e4tten auf viele unangenehme medizinische Prozeduren verzichten k\u00f6nnen, wenn sie vorher genetisch untersucht worden w\u00e4ren. Leider werden die Untersuchungen nur in einem sehr eingeschr\u00e4nkten Umfang aus der Staatskasse finanziert. Einerseits haben wir also phantastische moderne Behandlungsmethoden, andererseits aber fehlen Mittel f\u00fcr Untersuchungen, die der Behandlung vorausgehen. Wirklich schade!<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. habil. med. Wojciech Witkiewicz: <em>\u00dcber Perspektiven der Robotik in der Medizin <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Professor pr\u00e4sentierte den Konferenzteilnehmern die neuesten Standards des DaVinci-OP-Roboters in der allgemeinen und onkologischen Chirurgie, Urologie, Gyn\u00e4kologie und HNO-Heilkunde. Der Roboter besteht aus vier Armen. Jeder von ihnen ist mit chirurgischen Instrumenten ausgestattet. Operateuren, die mit seiner Hilfe arbeiten, stehen zwei Konsolen und ein dreidimensionales Bild mit der M\u00f6glichkeit einer zehnfachen Vergr\u00f6\u00dferung zur Verf\u00fcgung. Die Roboter werden europa- wie weltweit immer h\u00e4ufiger angewandt. In den Vereinigten Staaten werden bereits Tausende von Operationen mit Hilfe des Roboters durchgef\u00fchrt. \u00c4hnlich ist es in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, unter anderem in Gro\u00dfbritannien, Belgien, D\u00e4nemark und Tschechien, wo die Roboterchirurgie zu 100 Proz. aus der Staatskasse finanziert wird. Die polnischen Patienten haben praktisch \u00fcberhaupt keinen Zugang zur Hilfe des DaVinci-Roboters, auch wenn sie den Eingriff mitfinanzieren m\u00f6chten. Denn die medizinischen Leistungen, die in einem \u00f6ffentlichen Krankenhaus erbracht werden, d\u00fcrfen nach polnischem Recht nicht privat bezahlt werden. Daher konnte der DaVinci-Roboter statt Tausende von Patienten nur einige zehn operieren. Alle Eingriffe fanden im Rahmen von Forschungsprojekten statt. Prof. Witkiewicz betonte, dass eine durch den Roboter operierte Person zehnfach weniger Blut als w\u00e4hrend einer klassischen OP verliert, weniger Schmerzen nach dem Eingriff empfindet, k\u00fcrzer im Krankenhaus bleibt und schneller wieder gesund wird und eine normal Alltagsaktivit\u00e4t zur\u00fcckgewinnt.<\/p>\n<p><strong>Kommentar zum Vortrag Red. Krzysztof Jakubiak:<\/strong> Die Robotik entwickelt sich nicht nur in der Chirurgie. Die Roboter finden auch in der Rehabilitation, Pflege und verschiedenen Therapien Anwendung. Sehr interessant erscheinen auch medizinische Berichte \u00fcber robotisierte Pillen (die sog. IT), die den Wirkstoff an die gew\u00e4hlte K\u00f6rperregion bef\u00f6rdern. K\u00fcrzlich wurde auch \u00fcber die erste robotisierte Krankenschwester berichtet.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Prof. Dr. habil. med. Wies\u0142aw Nowi\u0144ski: <em>Neue Richtungen in der digitalen Medizin: Von virtuellen Modellen bis zu entscheidungsf\u00f6rdernden Systemen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Professor Nowi\u0144ski, der \u00fcber 30 digitale Gehirnatlanten anfertigte, stellte das Konzept seiner Erfindung dar, von dem einige zehntausend Studenten, \u00c4rzte, Krankenpfleger bzw. -schwerstern lernen. Die weltweit genausten digitalen Gehirnkarten helfen u.a. bei der Behandlung von Morbus Parkinson und Schlaganf\u00e4llen. Der Atlas hat eine viel bessere Aufl\u00f6sung als alle eingescannten Dokumente. Das l\u00e4sst zum Beispiel den Genesungsprozess verfolgen, was Prof. Nowi\u0144ski betonte. Er f\u00fcgte hinzu, dass die Gehirnkarten auch bei der Behandlung von Komplikationen nach einem Schlaganfall angewandt werden. Denn der Atlas macht es uns m\u00f6glich, Bereiche zu bestimmen, die bereits verloren bzw. noch gef\u00e4hrdet sind. Aktuell will Prof. Nowi\u0144ski einen neuen Atlas in Bezug auf die Alzheimer-Krankheit erarbeiten.<\/p>\n<p>Prof. will in unserem Land ein Projekt des Innovativen Polens zusammen mit dem Polnischen Silicon Valley umsetzen. Er betonte, dass es &#8222;unsere gr\u00f6\u00dfte Herausforderung des 21. Jahrhunderts&#8221; ist. Der Plan der Gr\u00fcndung einer Technopolis, die die Grundlage des Polnischen Silicon Valley sein k\u00f6nnte, sto\u00df auf Interesse vonseiten des stellvertretenden Ministerpr\u00e4sidenten Jaros\u0142aw Gowin.<\/p>\n<p><strong>Kommentar zum Vortrag Red. Pawe\u0142 Kru\u015b:<\/strong> Das Konzept der Gr\u00fcndung einer Technolopolis in Warschau ist \u00e4u\u00dferst pragmatisch, obgleich es auch Bedenken wecken kann. Mit dem h\u00f6chsten Risiko sind die zwei ersten Phasen der Umsetzung der Innovation verbunden: Bau eines Prototyps und Suche nach Kooperationspartnern auf dem Markt. Das Projekt bedarf leider riesiger Finanzaufwendungen f\u00fcr Forschungen und Entwicklungsarbeiten.<\/p>\n<p><strong>Dr. habil. med. Tomasz \u0141yso\u0144: <em>Endoskopische Exploration der Sch\u00e4delbasis: Mikroinvasive Chirurgie im Bereich von am schwersten zug\u00e4nglichen anatomischen Regionen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die endoskopische Exploration der Sch\u00e4delbasis erweist sich als besonders vorteilhaft vor allem bei der Entfernung von Tumoren. Die meisten von ihnen (wie Meningiome, Adenome) sind benigne L\u00e4sionen, die die Gehirnstrukturen nicht infiltrieren und sich leicht abtrennen lassen. Den Vorteil der endoskopischen Exzision solcher Ver\u00e4nderungen (neben der Beseitigung des Drucks auf das Gehirn) bildet die M\u00f6glichkeit der fr\u00fchen An\u00e4misierung des Tumors dank der Ausschaltung der Blutversorgung. Bei anderen Tumoren wie z.B. Chondromen des Clivus garantiert die vollst\u00e4ndige Entfernung des Tumors nicht, dass es zu keinem Rezidiv kommt, deshalb bildet bereits ihre Reduzierung ein akzeptables Ergebnis der endoskopischen Operation. Die endoskopische Chirurgie der Sch\u00e4delbasis ist eine neue und moderne medizinische Technologie, die sich in gro\u00dfem Ma\u00dfe auf fortgeschrittene technische L\u00f6sungen und sehr gute F\u00e4higkeiten des Operateurs st\u00fctzt. Die Analyse der klinischen Berichte aus den letzten Jahren l\u00e4sst das Fazit ziehen, dass die Zukunft der Neurochirurgie der Endoskopie geh\u00f6rt und die Technik in \u00fcber zehn Jahren zu f\u00fchrenden, wenn nicht sogar obligatorischen neurochirurgischen OP-Techniken z\u00e4hlt.<\/p>\n<p><strong>Kommentar zum Vortrag Red. Monika Zalewska<\/strong>: Ihre Leistungen stellen ein ausgezeichnetes Beispiel daf\u00fcr, dass man Barrieren durchbrechen und weitergehen kann, wenn sich Wissenschaftler, \u00c4rzte, Professoren, Unternehmer und Politiker treffen und mit Wohlwollen und Respekt miteinander reden.<\/p>\n<p>Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass die Konferenzteilnehmer sich dar\u00fcber einig waren, dass es in der polnischen Medizin nicht an bahnbrechenden und innovativen L\u00f6sungen fehlt. In vielen F\u00e4llen stellt jedoch der Mangel an Mitteln f\u00fcr innovative Entwicklungen das Problem. &#8222;Wir k\u00f6nnen auf die polnischen Wissenschaft stolz sein. Wir k\u00f6nnen unsere Errungenschaften zeigen und Erfahrungen austauschen. Die polnischen \u00c4rzte mussten vorher in andere L\u00e4nder fahren, um dort etwas Neues zu lernen; heute kommen unsere ausl\u00e4ndischen Kollegen h\u00e4ufiger nach Polen, um hier Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln&#8221;, wie der Senatsmarschall Stanis\u0142aw Karczewski sagte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Moderne medizinische Technologien und ihr Einfluss auf die t\u00e4gliche klinische Praxis im polnischen Gesundheitswesen&#8221; bilden das Thema der Konferenz, die am 7. 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