{"id":16246,"date":"2016-07-01T10:00:45","date_gmt":"2016-07-01T10:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/henrykskarzynski.pl\/?p=16246"},"modified":"2016-08-02T11:11:13","modified_gmt":"2016-08-02T11:11:13","slug":"jubilaumsjuli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/henrykskarzynski.pl\/?p=16246&lang=de","title":{"rendered":"Jubil\u00e4umsjuli"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Auf Juli fallen die wichtigsten Jubil\u00e4en in der Geschichte des Institutes f\u00fcr Physiologie und Pathologie des Geh\u00f6rs. Im Jahr 2016, in dem wir das 20. Jubil\u00e4um des Institutes und 25. Jubil\u00e4um des Programms der Behandlung des H\u00f6rverlustes feiern, gewinnen sie eine besondere Bedeutung.<\/strong><\/h3>\n<p>Vor 24. Jahren, <strong>am 16. Juli 1992,<\/strong> implantierte Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski als erster in Polen einer geh\u00f6rlosen Person ein Cochlea-Implantat. Ein Tag sp\u00e4ter, <strong>am 17. Juli,<\/strong> f\u00fchrte er eine solche Operation beim ersten Kind in Polen durch. Mit den bahnbrechenden Eingriffen er\u00f6ffnete Prof. Skar\u017cy\u0144ski ein neues Kapitel in der Geschichte der Ohrchirurgie.<\/p>\n<p>Die hierzulande bahnrechende Operation der Implantation eines Cochlea-Implantates bei einer geh\u00f6rlosen Person, die 1992 von Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski vorgenommen wurde, gab Tausenden von geh\u00f6rlosen Patienten in unserem Land Chance und Hoffnung. Am Operationstag erschienen 7\u00a0Sender und eine Schar von Journalisten im Krankenhaus. Das sorgte f\u00fcr ein gro\u00dfes Erstaunen, denn Informationen \u00fcber bahnrechenden Eingriffe werden gew\u00f6hnlich erst nach ihrem Abschluss bekannt gegeben. Und Prof. Skar\u017cy\u0144ski benachrichtigte die Medien \u00fcber die geplante Operation eine Woche vorher. Das war eine wirklich mutige Vorgehensweise, ein Beweis f\u00fcr eine sorgf\u00e4ltige Vorbereitung und ein gesellschaftliches Vertrauen, was bis heute noch von Medienvertretern betont wird, die Zeugen des f\u00fcr die Medizin bahnrechenden Ereignisses vor 24 Jahren waren.<\/p>\n<p><em>&#8211; Viele haben die Arbeit, die Anstrengung, das Risiko bereits vergessen. Die Vorbereitungen f\u00fcr die erste Implantation eines Cochlea-Implantates bei einer geh\u00f6rlosen Person dauerten zwei Jahre. Ich sehe mich verpflichtet, die Namen deren zu nennen, die mir in dieser nicht leichten Zeit ihr Vertrauen geschenkt, ihre Unterst\u00fctzung geboten und sich f\u00fcr das Programm des H\u00f6rverlustes in Polen eingesetzt haben <\/em><em>&#8211;<\/em> wie Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski sagt. <em>&#8211; Seine Umsetzung w\u00e4re ohne sie nicht m\u00f6glich: Seine Exzellenz Bischof Alojzy Orszulik, damals stellvertretender Sekret\u00e4r des Polnischen Episkopats, Prof. Wies\u0142aw Chrzanowski \u2013 Sejmmarschall, Prof. Andrzej Stelmachowski \u2013 Senatmarschall, Prof. Zofia Kuratowska \u2013 Vorsitzende der Sozialen Stiftung der Solidarit\u00e4t. Mittelbar und unmittelbar wurde das Programm von meinen Freunden \u2013 durch das Pr\u00e4sidium unseres Rates der Stiftung unterst\u00fctzt: Prof. Stefan Kru\u015b und Prof. Grzegorz Opolski, Prof. Janusz Cianciara, Prof. Walerian Staszkiewicz, Prof. Janusz Piekarczyk, Mag. Roman Chojnowski, Mag. Jolanta Herman, Dr. Stanis\u0142aw W\u00f3jcikiewicz, Prof. Jaros\u0142aw Deszczy\u0144ski, Dr. Waldemar Mysiak, Elwira Ludwikowska und sonstige Mitglieder der Stiftung. An der Umsetzung des Programms waren direkt Wissenschaftler und Spezialisten aus dem Bereich der Medizin beteiligt: Doz. Maria G\u00f3ral\u00f3wna, Dr. Anna Geremek-Samsonowicz, Dr. Ma\u0142gorzata Mueller-Malesi\u0144ska, Dr. Joanna Szuchnik, Ing. Jadwiga Hoffman und Audioprothetiker Andrzej Herszhorn.<\/em><\/p>\n<p>Nach der Operation im Jahr 1992 startete das Programm der Behandlung der Geh\u00f6rlosigkeit mit Cochlea-Implantaten in Polen. F\u00fcr die Zwecke des Programms entstand das landesweit erste und europaweit zweite Diagnose-, Therapie- und Rehabilitationszentrum f\u00fcr Geh\u00f6rlose und Schwerh\u00f6rige \u201eCochlear Center\u201d aus der Initiative von Prof. Skar\u017cy\u0144ski, das den Patienten eine umfassende Betreuung bieten konnte. Das Zentrum wurde feierlich am<br \/>\n<strong>14. Juli 1993<\/strong> von der polnischen Ministerpr\u00e4sidentin Hanna Suchocka er\u00f6ffnet. An der Er\u00f6ffnung beteiligten sich u.a. Minister Jerzy Ko\u017ami\u0144ski, Bischof Alojzy Orszulik, Warschauer Woiwode Bohdan Jastrz\u0119bski, Ministerin Gra\u017cyna Andrzejewska-Sroczy\u0144ska (Regierungsbevollm\u00e4chtigte f\u00fcr Behinderte Personen).<\/p>\n<p>Eine Woche vor der Er\u00f6ffnung des &#8222;Cochlear Center&#8221; wurde es von der Ehefrau des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten, Danielle Mitterrand besucht. Die von ihr gef\u00fchrte Stiftung schenkte der Einrichtung ein Operationsmikroskop.<\/p>\n<p><em>\u2212 Ich kann mich sehr gut an die gro\u00dfen Zweifel der Begleitdelegation von Frau Danielle Mitterrand erinnern, die uns fragte, ob wir sicher sind, dass es uns gelingt, das Zentrum in einigen Tagen zu er\u00f6ffnen \u2013 <\/em>wie sich Prof. Skar\u017cy\u0144ski erz\u00e4hlt. <em>\u2212 Denn bereit waren nur die Eingangshalle und ein Behandlungszimmer, wohin wir das sehr moderne Operationsmikroskop stellten. Nur wenige Personen von au\u00dfen wussten, dass wir Tag und Nacht, fast ohne Schlaf arbeiteten. Aber wir schafften es! <\/em>\u2013 wie Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski stolz hinzuf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Die Er\u00f6ffnung des Zentrums stellte einen riesigen Erfolg dar. In jenen Jahren war die Gr\u00fcndung einer Einrichtung mit einer internationalen Bedeutung durch die \u00d6ffnung des Landes f\u00fcr die Welt, neue L\u00f6sungen, neue Bed\u00fcrfnisse m\u00f6glich. Bereits nach einigen Wochen wurden einige zehn Patienten t\u00e4glich ins Zentrum aufgenommen und ca. 200 fach\u00e4rztliche Untersuchungen durchgef\u00fchrt. Das war jedoch nur ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein. Von Anfang an betrieb das &#8222;Cochlear Center&#8221; auch wissenschaftliche T\u00e4tigkeit. Zwei Monate nach der Er\u00f6ffnung fand die 1. Internationale Konferenz \u00fcber Cochlea-Implantate in Polen statt.<\/p>\n<p>Zehn Jahre nach der Implantation des ersten Cochlea-Implantats in Polen bei einer vollst\u00e4ndig geh\u00f6rlosen Person unternahm Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski erneut den Versuch, eine Barriere durchzubrechen: Er begann, Patienten mit partiellem H\u00f6rverlust zu behandeln. Am <strong>12. Juli 2002 <\/strong>f\u00fchrte Prof.\u00a0Henryk Skar\u017cy\u0144ski die weltweit erste Implantation eines Cochlea-Implantates bei einer erwachsenen Person mit partiellem H\u00f6rverlust durch. Dadurch startete er das neue Programm der Behandlung des Partiellen H\u00f6rverlustes.<\/p>\n<p>In den medizinischen Kreisen war die Meinung verbreitet, dass die Implantation einer Elektrode ins Innenohr mit der irreversiblen Besch\u00e4digung der bestehenden H\u00f6rreste gleichbedeutend ist. Deshalb glaubte man, dass die Behandlung von Personen mit partiellem H\u00f6rverlust nicht m\u00f6glich ist. Denn die Implantation w\u00fcrde diesen Teil der Cochlea (der f\u00fcr die Wahrnehmung von Niederfrequenzt\u00f6nen verantwortlich ist) zerst\u00f6ren, der normal arbeitet, und damit dem Patienten die H\u00f6rreste wegnehmen. Erst die von Prof. Skar\u017cy\u0144ski entwickelte chirurgische Technik des Zugangs ins Innenohr durch das Schnekenfenster unter Anwendung einer entsprechend flexiblen Elektrode erwies sich als eine sehr wirksame Methode, die die H\u00f6rreste im Niederfrequenzbereich erhalten lie\u00df. Es wurde auch bef\u00fcrchtet, dass es nicht zur Integration der Informationen kommt, die die Geh\u00f6rzentren des zentralen Nervensystems aus der gleichzeitigen elektrischen und akustischen Stimulation des H\u00f6rrezeptors in einem Ohr bekommen. In der Otologie herrschte n\u00e4mlich die \u00dcberzeugung vor, dass die Verbindung der zwei Arten des Geh\u00f6rs unm\u00f6glich ist. Dank der Anwendung einer speziellen Prozedur der Einstellung des Sprachprozessors durch die klinischen Ingenieure des Institutes wurde eine solche Integration erreicht. Die bahnbrechende Operation wurde von Prof. Skar\u017cy\u0144ski live im Internet \u00fcbertragen. Ihren Verlauf beobachteten Tausende von Spezialisten aus der ganzen Welt.<\/p>\n<p><em>\u2212 Unsere erste Patientin war eine Psychologiestudentin, die sehr genau verstand, was der Prozess bedeutet und worin er besteht. Ohne eine entsprechende Einstellung der Patientin w\u00e4re es schwierig, sich f\u00fcr eine solche Operation zu entscheiden. Kasia konnte T\u00f6ne im Nieder- nicht jedoch im Mittel- und Hochfrequenzbereich wahrnehmen \u2013 <\/em>wie sich Prof. Skar\u017cy\u0144ski erinnert. <em>\u2013 Nach einer Reihe von Untersuchungen, die wir damals durchf\u00fchren konnten, beschoss ich, nicht nur die Operation \u2013 zum ersten Mal in der Welt &#8211; durchzuf\u00fchren, sondern auch ihren Verlauf online zu \u00fcbertragen<\/em>.<\/p>\n<p>Bis 2002 wurden die Implantationen eines Cochlea-Implantates ausschlie\u00dflich bei tiefen H\u00f6rsch\u00e4den oder vollem H\u00f6rverlust durchgef\u00fchrt. Ohne M\u00f6glichkeit einer wirksamen Behandlung blieb weiterhin eine zahlreiche Gruppe von Patienten mit partiellem H\u00f6rverlust.<\/p>\n<p>Als Prof. Henryk Skar\u017cy\u0144ski vor 25 Jahren Vorbereitungen auf die Einf\u00fchrung des Programms der Cochlea-Implantation in Polen aufnahm, konnte er nicht einmal davon tr\u00e4umen, dass er k\u00fcnftig <strong>die sog. &#8222;polnische Schule der Ohrchirurgie&#8221; im Bereich der Behandlung des partiellen H\u00f6rverlustes in der internationalen Wissenschaft schaft. Der Ansto\u00df zur Arbeit <\/strong>gab ihm 1998 die Reise nach Paris zum 1. Kongress der Europ\u00e4ischen Gesellschafen f\u00fcr HNO-Heilkunde (EUFOS). Er vertrat Polen am Europ\u00e4ischen Regionalen Runden Tisch, an dem sich auch Vertreter der ehemaligen Tschechoslowakei, der ehemaligen DDR und von Ungarn beteiligten. Heute kommen junge \u00c4rzte und Wissenschaftler aus allen Kontinenten zu zahlreichen Kursen, Workshops, Seminaren und Konferenzen in das von Prof. Skar\u017cy\u0144ski geleitete Weltzentrum f\u00fcr Geh\u00f6r, um hier etwas zu lernen.<\/p>\n<p><strong>&#8211; <\/strong><em>Durch die F\u00f6rderung der &#8222;polnischen Schule in der Ohrchirurgie&#8221; wurden wir zu einem Zentrum, das eine bdeutsame Rolle in der internationalen Wissenschaft spielt <\/em>\u2013 wie Prof. Skar\u017cy\u0144ski sagt. &#8211; <em>Das war ausschlaggebend daf\u00fcr, dass internationale wissenschaftliche Gremien gerade das Institut mit der Veranstaltung einiger der wichtigsten wissenschaftlichen Ereignisse beauftragten. Eins von ihnen bildet der erste internationale Tinnitus-Kongress (1st World Tinnitus Congress), zu dem \u00fcber zweitausend herausragende Spezialisten aus allen Kontinenten nach Warschau kommen. Die ehrenamtlichen Schirmherrschaft \u00fcber die Veranstaltung \u00fcbernahm der Pr\u00e4sident der Republik Polen Andrzej Duda. Im kommenden Jahr veranstalten wir auch das Treffen der 25. International Evoked Response Audiometry Study Group (IERASG), die eine 1968 gegr\u00fcndete, der Internationalen Gesellschaft f\u00fcr Audiologie (ISA) affilierte wissenschaftliche Elitengesellschaft ist, die sich aus Spezialisten zusammensetzt, die sich mit den akustisch evozierten Potenzialen befassen. In den folgenden Jahren erwarten uns weitere wissenschaftliche Veranstaltungen. 2019 findet der vom Institut veranstaltete 2. World Congress of Otology statt. Bis 2020 bleibt nicht mehr so viel Zeit, wie es scheint. Daher nehmen wir bereits jetzt die ersten Vorbereitungen auf das 34. World Congress of Audiology auf, der in Warschau stattfinden soll \u2013 <\/em>wie Prof. Skar\u017cy\u0144ski stolz aufz\u00e4hlt.<\/p>\n<p><strong>Aktuell<\/strong> ist die Einrichtung in Kajetany die unbestreitbare weltweit f\u00fchrende Kapazit\u00e4t auf dem Gebiet der HNO-Implantalogie hinsichtlich der Anzahl der durchgef\u00fchrten geh\u00f6rverbessernden Prozeduren (j\u00e4hrlich ca. 15.000 Eingriffe). <strong>Von den Spezialisten des Weltzentrums f\u00fcr Geh\u00f6r<\/strong> werden heute knapp 5 Tsd. Cochlea-Implantat-Tr\u00e4ger betreut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Juli fallen die wichtigsten Jubil\u00e4en in der Geschichte des Institutes f\u00fcr Physiologie und Pathologie des Geh\u00f6rs. Im Jahr 2016, in dem wir das 20. Jubil\u00e4um des Institutes und 25. 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