Über Höruntersuchungen in der Polnischen Presseagentur

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Über Höruntersuchungen in der Polnischen Presseagentur

Über Höruntersuchungen in der Polnischen Presseagentur

Am 27. September 2017 fand die Pressekonferenz u.d.T. „20 Jahre von der Pilotstudie bis zu den allgemeinen Untersuchungen in der Früherkennung von Hörstörungen“ in der Polnischen Presseagentur in Warschau statt. Das Programm der Konferenz umfasste u.a. Ergebnisse des Hörscreenings im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Kasse der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung [poln. Abk. KRUS] und Präsentation von Annahmen des neuen Programms, dank dem Masowien die weltweit erste Region wird, in der die ganze Population von Schulanfängern untersucht wird. Die Konferenz eröffnete der Ideengeber des Hörscreenings bei Kindern in Polen, Prof. Henryk Skarżyński. An der Konferenz nahmen auch Janina Pszczółkowska, stellvertretende Vorsteherin der KRUS, Univ.-Prof. Krzysztof Kochanek, Koordinator des Screeningprogramms und Elżbieta Szymanik, stellvertretende Leiterin für den Europäischen Sozialfonds in der Durchführungsstelle für EU-Programme der Region Masowien an. Das Treffen wurde von Red. Jadwiga Kamińska, Präsidentin des Journalistenclubs für Gesundheitsförderung moderiert. Die Konferenz versammelte knapp 40 Journalisten.

Seit Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts bereitete das Team des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs eine Reihe von Programmen zur Früherkennung und Behandlung von Hörstörungen bei Kindern im frühen Schulalter vor und setzte sie um. Insgesamt wurden über 1 Mio. Hörscreeninguntersuchungen im Rahmen von einigen zehn kommunalen, landesweiten sowie internationalen Programmen und Projekten durchgeführt.

Bei der Eröffnung der Konferenz berichtete Prof. Skarżyński den versammelten Journalisten über die 20-jährige Geschichte des Hörscreenings, das die Untersuchung von so vielen polnischen Schülern dank den Spezialisten vom Institut für Physiologie und Pathologie des Gehörs ermöglicht hat.

Vor 20 Jahren standen wir vor einer nicht leichten Aufgabe: Wir mussten nicht nur Behörden und Beamte, sondern vor allem die eigenen Kreise überzeugen, wie sehr eine moderne Diagnostik notwendig ist. Wir mussten auch Schulleitungen überzeugen, dass sie uns in die Schule reingehen und die Untersuchungen durchführen lassen. Und schließlich mussten wir auch die Eltern überzeugen, dass es sich lohnt, die Qualität des Gehörs bei Kindern zu prüfen. Die erste Pilotstudie umfasste 6000 Kinder und zeigte, wie groß das Problem ist – sagte Prof. Skarżyński.

Die durchgeführten Untersuchungen ergaben nämlich, dass sogar jedes 5.-6. Kind durch ein Hörproblem betroffen sein kann. Die Probleme haben einen relevanten Einfluss auf die Entwicklung des Kindes und seine Schulleistungen. Die Befunde bestätigen das große Ausmaß der Hörstörungen bei Kindern im Schulalter. Statistisch gesehen erzielen Kinder mit einer hochgradigen Schwerhörigkeit dreimal schlechtere Leistungen in der Schule als normal hörende Gleichaltrige. Die Früherkennung von Hörstörungen bei Kindern hat eine enorme Bedeutung für die Initiierung und Umsetzung des Programms der medizinischen Frühintervention, dessen Ziel es ist, den Kommunikationsprozess zu verbessern. Die Spezialisten vom Institut sind sich dessen bewusst. Deshalb gehörten Programme zur Frühintervention bei Hörproblemen von Anfang an zu den Prioritäten der wissenschaftlichen und organisatorischen Tätigkeit des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs. Wir wissen außerdem, wie die Einführung einer modernen medizinischen Intervention bei einem Kind mit den sog. peripheren Hörstörungen in der Praxis aussieht. Chirurgische bzw. konservative Therapie und Versorgung mit Hörgeräten bedeuten eine schnellere Verbesserung des Hörtraktes, die zu einer besseren Kommunikation mit der Umgebung sowie Kosteneinsparung für den Patienten und das Gesundheitssystem beiträgt.

Einen weiteren Punkt der Konferenz bildete die Präsentation von Ergebnissen des “Programms des Hörscreenings bei Grundschulkindern aus Dorfgemeinden”, die vom Koordinator des Hörscreeningprogramms, Univ.-Prof. Krzysztof Kochanek dargestellt wurden. Dank der Zusammenarbeit mit der KRUS und dem Beitragsfonds der Sozialversicherung der Landwirte (Partner des Programms) konnten 24.244 Schulen aus 6.900 Dorfgemeinden aus ganz Polen am Programm teilnehmen. Es wurden 469.207 Schüler untersucht. Die Ergebnisse weisen den hohen Anteil von Kindern mit Hörstörungen zwischen 12,8% und 13,5% nach.

Die stellvertretende Präsidentin der KRUS, Janina Pszczółkowska wies auf die Tatsache hin, dass sich viele Eltern nicht dessen bewusst waren, dass ihre Kinder Hörprobleme haben.

– Die Initiative solcher Programme ist sehr wertvoll, denn sie lässt verschiedene Hörstörungen bei Kindern im frühen Alter erkennen. Dadurch unterstützen wird die Entwicklung der Kommunikation bei den Jüngsten bereits am Anfang ihrer Schulbildung – fügte die Präsidentin Pszczółkowska hinzu.

Mit dem Beginn des Schuljahres 2017/2018 startete das Institut für Physiologie und Pathologie des Gehörs weitere Hörscreeningprogramme, die diesmal Masowien einbeziehen. Es ist die weltweit erste Region, wo die gesamte Population von Kindern, die mit der Bildung beginnen, durch ein solches Screening einbezogen wird. Die Untersuchungen können über 81 Tsd. Schüler in Anspruch nehmen.

Elżbieta Szymanik, stellvertretende Leiterin für den Europäischen Sozialfonds in der Durchführungsstelle für EU-Programme der Region Masowien präsentierte auf der Konferenz die Ziele des Programms.

– Das Grundziel des Programms macht die Einbeziehung der gesamten Population der Erstklassler aus 4 Stadtkreisen und 33 Landeskreisen der Woiwodschaft Masowien in das Screening aus, damit die Kinder die Möglichkeit haben, früh diagnostiziert und bei Bedarf früh behandelt zu werden. Einen besonderen Wert legen wir auf die Steigerung des Bewusstseins bei Eltern, Betreuern und Schulmitarbeitern hinsichtlich der Zweckmäßigkeit des Hörscreenings – wie Elżbieta Szymanik erklärte.

Die im laufenden Schuljahr beginnenden Untersuchungen finden im Rahmen von 37 Projekten des „Programms des Hörscreenings bei Erstklasslern der Grundschulen aus der Woiwodschaft Masowien im Schuljahr 2017/2018 und 2018/2019“ statt.

Die Konferenz schloss Red. Jadwiga Kamińska ab, indem sie kurz Leistungen von Prof. Skarżyński und seinem Institut im Bereich der umgesetzten Hörscreeningprogramme mit einer besonderen Berücksichtigung der Tatsache darstellte, dass sie trotz der unterzeichneten EU-Schlussfolgerungen so groß angelegt nur in Polen durchgeführt werden.